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"Unsere Ältesten kamen in mein Tipi, um meinen
Rat zu erfragen.
Und ich sah.
Ich sah unser
ganzes Volk, Frauen, Kinder und Alte, unsere
Pferde und unser Vieh.
Ich sah 2000 Meilen
der Flucht, durch Gebirge, Schneestürme und
reißende Wasser.
Und einige würden sein,
die nicht wie ich im Schnee zurückblieben.
Doch alle würden weiß sein, ob vom Schnee bedeckt
oder am Ende gefangen.
Und unser Volk würde
aufhören zu sein.
Dann würde
Chief Joseph
sprechen:
"Unsere Häuptlinge sind gefallen.
Wir haben Hunger, keine Decken, und die
Kinder erfrieren. Mein Herz ist krank und traurig.
Ich werde ab dort, wo die Sonne jetzt steht,
niemals mehr kämpfen".
Dies alles sah ich und doch gab ich ihnen zur Antwort:
"Wir werden gehen".
Denn es gab keine andere Antwort.
Erinnerungen sind Schatten.
Unser Volk ist nicht mehr.
Was nützen uns Eure Erinnerungen.
Daran denkt, für immer."
Toolhoolhoolzote,
Medizinmann und Seher vom Stamm der Nez Percé, USA, 1877
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Als Regierungsbeamte kamen und die Nez Percés aufforderten, das Wallowa
Valley zu verlassen und in das Reservat Lapwai zu gehen, weigerte
sich Häuptling Young Joseph:
"Das Land wurde ohne Grenzen erschaffen,
und es steht den Weißen nicht zu, es zu teilen. Ich beanspruche das
Recht, in meinem Land zu leben, und ich gestehe euch das Recht zu,
in dem euren zu leben."
Daraufhin beauftragte die Regierung General
Howard, das Wallowa Valley von den Nez Percés zu räumen. 250 Krieger,
450 Frauen, Kinder und alte Leute wurden gezwungen, ihre Heimat zu
verlassen. Im Juli 1877 zogen die Nez Percés mit ihrem Vieh und ihren
Pferden los, jedoch nicht in das ihnen bestimmte Reservat, sondern
um über die 2000 km entfernte Grenze nach Kanada zu entkommen: Sitting
Bull war dorthin geflohen, und die Amerikaner wagten nicht, ihn zurückzuholen.
Verfolgt von General Howard wurden die Nez Percés eines Nachts umzingelt
und angegriffen während sie schliefen. 80 Nez Percés kamen dabei ums
Leben, über 2/3 davon Frauen und Kinder.
Den Überlebenden gelang es,
weiterzufliehen. Durch geschickte Aktionen schüttelten die Indianer
trotz täglicher Nachhutgefechte General Howard ab. Ende September
sichtete die Nachhut der Nez Percés nirgendwo mehr Soldaten. Jäger
entdeckten eine Büffelherde, und da die Nez Percés kaum noch Lebensmittel
hatten, beschlossen die Häuptlinge, in den "Bear Paw Mountains" zu
kampieren. Am nächsten Tag wollten sie mit einem Gewaltmarsch die
kanadische Grenze erreichen.
Die Indianer wußten nicht, daß eine andere
Armee unter General Miles ihnen den Weg abgeschnitten hatte. Kundschafter
der Nez Percés entdeckten diese, sodaß Chief Joseph am Morgen den
Angriff der Soldaten zurückschlagen konnte. Die Nez Percés versuchten,
während eines Schneesturmes in der Nacht nach Norden zu entkommen.
General Miles aber hatte ihr Lager umzingeln lassen. Er stellte folgende
Bedingungen:
"Wenn ihr euch ergebt und eure Waffen abliefert, werde
ich euch das Leben schenken und in euer Reservat schicken."
Nach
viertägiger Belagerung entschied sich Chief Joseph aufzugeben:
"Unsere
Häuptlinge sind gefallen. Wir haben Hunger, keine Decken, und die
Kinder erfrieren. Mein Herz ist krank und traurig. Ich werde von dort,
wo die Sonne jetzt steht, niemals mehr kämpfen."
Drei Monate der Flucht,
in der der Stamm fast 2000 km zurückgelegt hatte, waren umsonst gewesen.
Anstatt die Nez Percés wie versprochen nach Lapwai zu bringen, transportierte
die Armee sie nach Fort Leavenworth in Kansas.7 Jahre später lebten
nur noch 287 gefangene Nez Percés.
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